Du betrachtest gerade Fledermausschutz am Oldenburg-Kolleg

Fledermausschutz am Oldenburg-Kolleg

Gartenkurs schafft unterstützt von NABU, DAV und der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung Raum für mehr Natur

Das erste Mal den Schlagbohrer ansetzen und sofort eine dicke Wolke Betonstaub ins Gesicht, in die Augen, die Haare… Für einen Moment hängt man da mit brennenden Lidern und fragt sich, ob man wohl je wieder anständig Luft bekommen wird. Gleichzeitig das seltsame, klare Bewusstsein: Ich hänge in 8 Metern Höhe im Gurt, die Welt unter mir verflacht zu Formen und Linien, und alles, was zählt, ist der nächste Handgriff.

Oben auf dem Dach des Oldenburg-Kollegs war noch eine Art gespannte Freude beim Vorbereiten der Seile, aufgeregt, laut, viel Lachen, weil die Ausrüstung sich einfach anders anfühlt als der Unterricht. Jeder von uns war abwechselnd im Seil. Wir haben uns unter den wachen Augen eines Kletterprofis abgeseilt, um die massiven Fledermauskästen Nummer 32 und 33 an die Betonfassade zu dübeln.

An der Wand herrschte dann die Ruhe eines Operationssaals, blindes Vertrauen, absolute Konzentration. Wortlose Abläufe, kurze Signale nach oben, während die schweren Zementkästen an der Leine zerrten und jede Bewegung ins Gewicht fiel. Man merkt schnell, wer zittert und wer Atem und Blick unter Kontrolle hat. Es geht um Timing, um Gefühl für Gewicht und um das Vertrauen, dass die Leute über dir wissen, was sie tun.

Kurz und ohne Pathos: Moderne Fassaden bieten kaum noch Ritzen, in denen Fledermäuse Unterschlupf finden. Sie sind Bioindikatoren und arbeiten als natürliche Schädlingsbekämpfer, schlicht wichtige Bestandteile eines lokalen Gleichgewichts. Deshalb war das Aufhängen der Kästen nicht nur handwerkliche Übung, sondern ein konkreter Versuch, Raum für etwas zu schaffen, das sonst kaum mehr Platz findet.

Jetzt hängen sie dort. Mal sehen, wer einzieht.

Beitrag: Linus Celik, Marcel Kühling, Lasse Tonn; Bilder: Oldenburg-Kolleg